Voilà – eine Schutzgöttin

Nach einem Besuch einer Ausstellung im Kunsthaus Zürich – wie wir das Haus verlassen, reicht die Schlange der Eintritt Begehrenden weit auf das Trottoir hinaus – fahren wir über die Forch nach Dürnten zurück. Am Hegibachplatz rechterhand steht ein frisch renoviertes Haus mit der grünen Leuchtschrift MINERVA. Nanu, die Minerva ist doch eine Privatschule im Universitätsviertel. Steht am Hegibach eine neue Zweigstelle, etwa für angehende Altphilologen oder Historiker? Nein, es handelt sich hier um eine Apotheke. Was haben eine Schule und eine Apotheke gemeinsam? Beide berufen sich auf die römische Göttin Minerva – lang, lang ist’s her –, welche mit der Zeit ihre griechische Vorgängerin, die Athene, ersetzte. Minerva war Schutzgöttin der Dichter und Lehrer (aha!), Göttin auch des Wissens und der taktischen Kriegsführung (!). Gleichen deshalb die alten klassischen Schulhäuser Kasernenbauten? Immerhin, die Minerva hatte ein Einsehen mit den Kindern: „Teilweise war es üblich, dass am Fest der Minerva kein Schulunterricht stattfand.“ (WIKIPEDIA) Das wäre der 19. März, der auch 2012 nicht in die Ferien fällt: mal sehen!
Was ist denn mit der Apotheke? Es hat offenbar auch eine Minerva Medica gegeben, Schutzgöttin der Ärzte.
Die Minerva ist ja wohl kaum mehr aktiv, ist quasi längst pensioniert, existiert nur noch als Statue, in Bildern oder Erzählungen. Lehrer und Ärzte sind halt oft recht bildungsbeflissen und schmücken sich gerne mit so alten Figuren und Geschichten. Oder haben sie am Ende doch das Gefühl, sie hätten eine Schutzgöttin nötig und wenden sich deshalb an die strategisch so begabte Minerva? Auf welcher Seite steht denn diese Göttin im Streit zwischen Ärzten und Apothekern? Man weiss es nicht – und die Göttin schweigt …
Minerva

… und ruht sich vor dem Zoologischen Museum der Uni Zürich aus!

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