Dürnten? – Ach ja, Dürnten!

Where the hell is Dürnten? Fragte vor Jahren mein leider verstorbener Freund. Jetzt, im Winter 2014 weiss es wohl die ganze Deutschschweiz, müsste er nicht mehr fragen. Dürnten ist das vom Steuerparadies weitest entfernte Dorf in der Aglo Zürich. Es ist das Dorf, das drastisch beweist, dass der Bürger vor dem Staat geschützt werden muss, frohlocken die Rechtsaussen. Ob der Satz auch für den „unbescholtenen“ Bürger gilt, dafür liefert Dürnten keinen Beleg, denn der Steuerzahler, der da dramatisch geschröpft wurde, hatte eine ganz wichtige Pflicht nicht erfüllt: Er füllte keine Steuerklärung aus. Das mag der Staat nun gar nicht. Schliesslich prahlte die Schweizer Regierung im Gespräch mit Österreich, wie gut das System der „freiwilligen“ Vermögenserklärung der Bürger funktioniere. Also feste drauf, bis der arme Dürntner als Hilfsarbeiter ein Bundesratsgehalt zu versteuern hatte. Und fast bankrott ging.

Nun aber rumorte es im Volk. Die Bürger standen auf, wehrten sich für den säumigen Formulareinreicher – der aber seine viel zu hohen und immer höheren Steuern immer brav bezahlt hatte – und zwangen den Gemeindepräsidenten zum Kompromiss. Der vom Steueramt also Geplagte schluckte den Kompromiss, nicht aber die Bürger Dürntens. An der Gemeindeversammlung wurde verlangt, dass die Gemeinde die zuviel bezahlten Steuern in Form einer Schenkung zu grossen Teilen zurück zahlen müsse.

Eine Schenkung, wehrte sich der Gemeindepräsident, ziehe nur wieder weitere sehr hohe Steuern nach sich und verschlechtere zudem die Finanzlage der Gemeinde ganz erheblich.

Die traurige Geschichte ist für Politiker jedweder Couleur eine schöne Gelegeheit, sich zu profilieren. Kantonsräte von links bis rechts, von katholisch bis liberal befragen den Regierungsrat. Der nimmt sich nun bestimmt sechs Monate Bedenkzeit.

Wie die Geschichte wohl weiter geht? Wir werden es erst nach Weihnachten erfahren – Santa Claus jedenfalls hat noch kein Wunder bewirkt.

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